Nach gut einer Woche haben wir Auckland erreicht – und wieder verlassen
Die Überfahrt auf dem Boot haben wir mit ungefähr zehn anderen Radlern und Radfahrerinnen verbracht, die meisten von ihnen sind auch auf der Tour Aotearoa unterwegs. Hier haben wir auch Adam und Emma wiedergetroffen, denen wir in den ersten Tagen schon mehrfach begegnet sind. Sie leben in Auckland und sind mit ihren beiden Töchtern im Teenageralter unterwegs. Sie wollen diesen Sommer erstmal nur die Nordinsel durchradeln, bis Mitte Januar wollen sie in Wellington sein. Ihr Ansatz ist ein bisschen anders als unserer, weniger auf mögichst geringes Gepäck ausgerichtet und auf ihrem Tisch fand sich abends immer eine Flasche Wein. Andererseits bewegt auch jede von ihnen sich selbst und ihr eigenes Gepäck komplett selbst.
Nach dem Entladen der Räder konnten wir zum Glück eine Unterkunft in nur einem Kilometer Entfernung finden und haben dort den Rest des Tages freigenommen. Unsere Gastgeber hielten sogar einen Whirlpool im Garten bereit mit Blick in die grünen Felder, sodass das Entspannen gar nicht schwer fiel.


Meilenstein #4: Mit dem Boot über den Kaipara Harbour. Die einzige körperliche Betätigung für den Tag war das Entladen der Räder. Entspannend: In der Unterkunft für heute gab es sogar einen Whirlpool.
Am nächsten Morgen ging es ausgeruht weiter und unterwegs machte sich schon bald bemerkbar, dass wir uns bereits im Speckgürtel der großen Stadt Auckland befanden. Hier lebt ein knappes Drittel aller Neuseeländer, ca. 1,7 Mio Menschen – die meisten davon im eigenen Haus auf dem eigenen Grundstück, Appartmentgebäude gibt es kaum. Dementsprechend ist die Ausdehnung der Stadt in der Fläche riesig. Je weiter wir kamen, desto mehr nahm auch der Verkehr zu, sodass es immer anstrengender wurde – bis irgendwann ein Radweg auftauchte und wir sogar auf einen Radschnellweg geleitet wurden, der neben der Schnellstraße schnurgerade die gesamte Stadt durchquert. Fast zwanzig Kilometer konnten wir diesem bis zum Ende unseres Tages folgen.


Eher seltenes Erlebnis hier: Fahrradwege gibt es nur wenige. Umso besser der Radschnellweg in die Stadt hinein, hier ein besonders stolzer Abschnitt.
Tag 8 – 49 km – 658 Hm
Nach einem weiteren Ruhetag, der mit Wäschewaschen und Einkauf schnell um war, begann Tag 9 morgens gleich mit dem steilen Anstieg zum Gipfel von Mount Eden. Dieser schlafende Vulkan (einer von vielen im Stadtgebiet) ist der höchste Punkt Aucklands, von hier hat man fantastische Blicke über die gesamte Stadt, die über eine Landenge und ein paar Inseln und Halbinseln verteilt umgeben von zwei verschiedenen Ozeanen liegt.
Mount Eden war auch das Highlight dieses Tages, anschließend hieß es, sich viele Kilometer durch starken Verkehr zu kämpfen, nur gelegentlich auf Radwegen. Nach erstaunlich vielen Stunden hatten wir erst erstaunlich wenig Strecke hinter uns gebracht, deutlich weniger als wir für diesen Tag erhofft hatten, und mussten trotzdem einsehen, dass der Tag zu Ende geht. Am äußersten südöstlichen Stadtrand fanden wir zum Glück eine Unterkunft direkt an unserer Strecke. Todmüde ließen wir uns in dem hübschen Bed&Breakfast in die Betten fallen, die Ohren vom Lärm noch klingelnd und mit der Vorfreude, am nächsten Tag endlich keine Stadt mehr um uns herum zu haben.


Meilenstein #5: Der Gipfel von Mount Eden. Im Hintergrund der Krater, dahinter das Stadtzentrum, ganz weit im Hintergrund das Meer. Ansonsten ziemlich sauber: Nur der Spiegel in der Unterkunft könnte mal wieder geputzt werden.
Tag 9 – 39 km – 462 Hm
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