Sand, Sonne, Wind

Zwei Tage über 90 Mile Beach – der eigentlich besser 80 km Beach heißen sollte

Nun ging es dann am nächsten Morgen rechtzeitig los, um die Zeit optimal auszunutzen, in der der Sand bei Ebbe trocken und fest genug ist, um darauf gut voranzukommen. Zuvor musste aber das Bachbett von Te Paki Stream passiert werden. Hier ist ans Fahren mit den beladenen Rädern nicht zu denken, erst recht nicht mit dem Trailer. Also hieß es Schuhe ausziehen und drei Kilometer schieben. Die Kulisse ist beeindruckend, zwischen den bis zu 150 m hohen Dünen wähnt man sich auf dem Wüstenplanet Arrakis. Am Strand konnten wir wieder auf die Räder steigen und kamen endlich wieder ordentlich voran. Die Umgebung ist wunderschön, man sieht nichts außer Sand, Himmel, Brandung und Meer. Weil es auf diesem endlosen Strand wirklich nichts gibt außer gelegentlichen Anglern, sollen hier vor allem ein paar Bilder sprechen.

Kaffee ist fertig: nicht in der Sahara, nicht auf dem Wüstenplaneten, sondern wirklich in Neuseeland. Nach dem Frühstück dann erstmal Räder schieben.

Keine Überflutung: dieser Bach ist ein offizieller, auf Karten verzeichneter Highway! Meilenstein #2: 90 Mile Beach.

Auf dem Sand kommt man ganz gut voran, wenn man im trockenen, aber nicht zu trockenen Bereich oberhalb der Brandung fährt. Trotzdem sinkt man leicht ein und es ist deutlich anstrengender als auf der Straße. Dazu kam ein steifer Gegenwind, der am Ende von Tag 2 nicht mehr mehr als 10 km/h zuließ. Irgendwann kam die Brandung gefährlich nahe und der trockene Streifen war praktisch verschwunden. Zum Glück war dann nach 53 km Sand endlich unser Quartier für die Nacht erreicht, eine kleine zwischen den Dünen versteckte Lodge mit simplen Cabins als Unterkunft. Als echtes Hightlight sind sogar noch einige wilde Pferde aufgetaucht, die hier im Wald und in den Dünen leben.

Tag 2 – 54 km – 27 Hm

Endloser Sand, endloses Meer: wunderschön, auf Dauer aber sehr ermüdend. Die einzige Abwechslung sind gelegentliche Angler.

Frühstück mit Meerblick. Wild, aber nicht gerade scheu: Wildpferde im Vorgarten der Lodge.

In unserer Unterkunft sind wir ein paar anderen Radfahrern begegnet, die zum Teil auch beabsichtigen, die gesamte Tour Aotearoa zu fahren. Außerdem treffen wir abends immer wieder auf dieselben Wanderer, die auf dem Te Araroa Trail unterwegs sind, dem Äquivalent zur Tour Aotearoa.

Zum Frühstück gab es noch die wilden Pferde richtig aus der Nähe zu sehen, bevor uns auch Tag 3 weiter den Strand entlang führte, heute zum Glück mit deutlich weniger Wind und auch die Sonne war ein bisschen gnädiger. Am Strand gab es weiterhin wenig zu sehen, nur vereinzelt sahen wir andere Leute. Anscheinend haben aber die anderen Leute uns gesehen, denn als wir endlich in Ahipara wieder festen Boden unter den Füßen erreicht hatten und uns etwas zu Essen besorgten, wurden wir neugierig beäugt, von vielen freundlichen Kiwis angesprochen und alle waren einigermaßenn beeindruckt von unserem Vorhaben. Freundlich gegrüßt haben fast alle und uns wurde auch „Aroha“ zugerufen – Maori für Liebe.

Tag 3 – 35 km – 26 Hm

Geschafft: Pause im Sand. Geschafft: nach insgesamt 82 km auf Sand endlich wieder fester Boden unter den Rädern

Aller Anfang ist schwer – und klein. Unsere bisher zurückgelegte Strecke

Mehr Bilder und Videos gibt es wie immer hier: www.instagram.com/bikepackingfamily.cc

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