Grün, so weit das Auge reicht
Tag sechs unserer Tour Aotearoa hielt für uns besondere Herausforderungen bereit, versprach aber auch besonders eindrucksvoll zu werden. Der Weg führte uns durch den ziemlich bergigen Waipoua Forest. Dieser gut achtzig Quadratkilometer große Wald wurde 1952 zum Schutzgebiet erklärt und ist eines von wenigen Gebieten, in denen der ursprüngliche Urwald, der einst große Teile des nördlichen Neuseelands bedeckte, erhalten geblieben ist. Hier stehen noch viele der gigantischen Kauri-Bäume, von denen manche zu den größten Bäumen der Erde zählen. Der größte von ihnen ist Tāne Mahuta, der auf über 2000 Jahre geschätzt wird und dessen Stamm einen Umfang von über 15 Metern hat. In der Mythologie ist Tāne Mahuta der Gott des Waldes, der seine Eltern Ranginui (Himmelsvater) und Papatūānuku (Erdmutter) auseinander gedrückt und so Licht und Leben ermöglicht hat. Der Urwald war beeindruckend grün und noch am Abend haben sich die Muster der Farne vor unseren geschlossenen Augen abgezeichnet.


Meilenstein #3: Tāne Mahuta – Die Ausmaße dieses Giganten lassen sich nur erahnen. Grün: Noch am Abend waren die Muster des Urwalds vor den geschlossene Augen zu sehen.
Nach dem Urwald führte uns der Weg noch einige Kilometer abseits der Hauptstraße über ein kleines Schottersträßchen durchs Kiwi-Schutzgebiet zu unserem Campingplatz. Von den seltenen Vögeln konnten wir nachts aber nichts hören – wir konnten uns gerade noch am Fluss die Aale (manche über 1,5 m lang!) anschauen, dann sind wir erschöpft in unsere Betten gefallen.


One lane bridge: Auch auf dem Highway sind die Brücken oft nur einspurig. Auch in NZ eher unüblich: Im Waipoua Forest wurde teilweise um die Bäume herum gebaut.
Tag 6 – 53 km – 1107 Hm
Nach einer kurzen und unruhigen Nacht (am Morgen war Karls neuer Schneidezahn endlich da) führte der heutige Abschnitt nach Dargaville, eine für hiesige Verhältnisse mittelgroße Stadt. Einziger kritischer Termin unserer Tour war die Überfahrt mit dem Boot über den Kaipara Harbour. Im Dezember gibt es nur eine einzige Überfahrt, und nach den Verzögerungen der ersten paar Tage war leider absehbar, dass wir dieses Boot selbst mit äußerster Anstrengung nicht erreichen würden. Ein paar Telefonate später ließ sich aber erfreulicherweise klären, dass das Boot sich ohnehin zuvor in Dargaville in der Werft befand – die Betreiber Terry und Gae waren so freundlich, uns einfach schon ab hier mitzunehmen. So hatten wir nur einen kurzen Tag, konnten uns nach vielen Tagen Nudeln mit Pesto mal wieder ein vernünftiges Mittagessen im Thai-Restaurant gönnen und danach entspannt die Räder auf das Boot verladen.
Tag 7 – 32 km – 248 Hm


Köstlich: nach vielen Nudeltagen endlich mal wieder ein richtiges Mittagessen. Wackelig: Räder und Anhänger müssen für die Überfahrt über den Kaipara Harbour aufs Boot verladen werden.
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